Anregend, aber nicht ganz meine Stimmung:

Seit der neuen deutschen regierung und der vaticanisch vorgeschlagenen weltordnung seh ich ganz allmählich die aufgabe wachsen, in diesem gartenzwergland sowohl die internationalen hoffnungsbewegungen besser zu berichten und zu importieren,
als auch die worte neu zu finden, für das, was wir träumen …

Bert Brecht:
An den Schwankenden.

Du sagst: Es steht schlecht um unsere Sache. Die Finsternis
nimmt zu. Die Kräfte nehmen ab. Jetzt, nachdem wir so viele Jahre
gearbeitet haben sind wir in schwierigerer Lage als am Anfang. Der
Feind aber steht stärker da denn jemals. Seine Kräfte scheinen
gewachsen. Er hat ein unbesiegliches Aussehen angenommen.
Wir aber haben Fehler gemacht, es ist nicht zu leugnen. Unsere
Zahl schwindet hin. Unsere Parolen sind in Unordnung. Einen Teil
unserer Wörter hat der Feind verdreht bis zur Unkenntlichkeit. Was
ist jetzt falsch von dem, was wir gesagt haben? – Einiges oder
alles? Auf wen rechnen wir noch? Sind wir Übriggebliebene,
herausgeschleudert aus dem lebendigen Fluß ? Werden wir
zurückbleiben? – Keinen mehr verstehend und von keinem
verstanden ? Müssen wir Glück haben? So fragst du. Erwarte
Keine andere Antwort als die deine.

Bert Brecht Danke, Karl!

Advertisements