Kunstbetrieb: Immer mehr meckern

Ziege online. Skulptur von Stephan Dillemuth bei der Manifesta. – Foto: Ilya Rabinovich

Die Lücke zwischen Symbolischem und Realem scheint sich immer mehr zu schließen. Die Kunst ist besessen von der Wirklichkeit. Kann sie etwas ändern? Die Manifesta in Spanien und ein Symposium in Berlin.

Bevor er sein „Theater der Unterdrückten“ entwickelte, tourte Augusto Boal Anfang der Sechziger durch den Nordosten Brasiliens und spielte Stücke, die zur Rebellion aufriefen. Überaus erfolgreich: Es könne gleich losgehen, rief ein Zuschauer, wir nehmen jetzt alle unsere Waffen und gehen rüber zu den Schlägertrupps des Generals. Die Theatermacher guckten betreten. Ihre Waffen seien ja keine echten Waffen. Sie wüssten auch gar nicht wie man schießt. Boal gestaltete sein Theater daraufhin differenzierter und öffnete es für Lösungsvorschläge aus dem Publikum – anders als etwa Volker Lösch, der in Stuttgart die Massen choreografierte und heute Abend in der Schaubühne mit seiner „Nuttenrepublik“ Premiere feiert.
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