Gewaltpräventive Theaterpädagogik, wie sie in Schule und Jugendgruppen stattfinden kann, ist am eigenen Leib zu erfahren, zu erproben und zu reflektieren. Theaterpädagogik verfügt über Methoden und Techniken, mit deren Hilfe man im quasi angstfreien Theater-Raum Konflikte bearbeiten, Widerstand proben, stark und schwach ausagieren und ‚Täter‘ und ‚Opfer‘ sein kann.

Die Teilnehmenden der Workshop-Tagung entwickeln alltägliche Konfliktszenarien, stellen sie dar und diskutieren szenisch. Der theaterpädagogische Ansatz versetzt die Akteure in die Lage, schon während des Spielens neue Erfahrungen zu machen und in der Reflexion Positionen zu entwickeln, ohne dass der ‚pädagogische Zeigefinger‘ sie führt. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden keine besonderen fachlichen Voraussetzungen verlangt.
Ablauf:
Freitag, 18.11.2011, ab18:00 Uhr; lecture demonstration: Armin Staffler (Innsbruck)
Samstag, 19.11.2011, ganztägig: Workshop mit Tina Wellmann (Hannover)
Sonntag, 20.11.2011, vormittags: Impulsreferat von Birte Rosenau (Lübeck)

Armin Staffler ist Mag.phil. (Politikwissenschaft und Geschichte), Theaterpädagoge (BuT), Autor des Buches „Augusto Boal. Einführung“ (Essen, 2009), u.a. Lehrbeauftragter im MAProgram for Peace Studies (UNESCO Chair, http://www.uibk.ac.at/peacestudies)
Sein Thema lautet: „Acting the Many Peaces. Theatre for Living and Theatre of the Oppressed“ – basierend auf der Idee von „pluralem Frieden”. Die post-boalsche Entwicklung des Forumtheaters aus systemtheoretischer Sicht vom Theatre of the Oppressed zum Theatre for Living (David Diamond) soll in dieser kurzen Mischung aus Vortrag und Demonstration anschaulich werden, indem die TeilnehmerInnen Vorstellungen von Konflikttransformation bekommen und auch selbst geben.

Tina Wellmann ist Mediatorin und Theaterpädagogin und hat 1999 das gewaltpräventive theaterpädagogische Projekt „mächtig gewaltig“ für Schulklassen und Jugendgruppen entwickelt und seitdem ständig ausgebaut. Infos unter: http://www.maechtiggewaltig.net Ihre gewaltpräventive Theaterarbeit zielt generell auf die Bereiche Spiel- und Impulstraining, Didaktik/Methodik und SpielleiterInnenhaltungen/ Mediationspraxis für MultiplikatorInnen in der Jugendarbeit.

Birte Rosenau ist Diplom-Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin und Theaterpädagogin (BuT). Sie gibt durch ein Impulsreferat über „Theater macht Schule“ Einblicke in ein Projekt zum Erlangen des Hauptschulabschlusses mit sogenannten „integrationsfernen“ jungen Erwachsenen.

Offene Workshop-Tagung der Gesellschaft für Theaterpädagogik/Niedersachsen e. V.

18. – 20. November 2011 Tagungshaus Himbergen (bei Bad Bevensen/Niedersachsen) Tel.: 0049/5828/357, http://www.tagungshaushimbergen.de
Anmeldung, Informationen: Gerd Koch : koch@ash-berlin.eu Florian Vaßen: florian.vassen@germanistik.uni-hannover.de
Teilnahmekosten: (einschließlich Übernachtung, Verpflegung, Bettwäsche ist mitzubringen oder gegen Entgelt zu entleihen): 130,- € für Berufstätige, 100,- € für Mgld. d. Ges. f. Theaterpädagogik/Niedersachsen, 65,- € für Studierende, Arbeitslose usw.
Bitte die Summe vor dem 30. Oktober 2010 unter dem Stichwort „Himbergen“ auf das Konto der Gesellschaft für Theaterpädagogik, Sparkasse Hannover, BLZ 250 50 180, Kto.-Nr. 556106, überweisen.

Werbeanzeigen