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Monat

Oktober 2014

Bilder-/Statuentheater-Workshop nach Augusto Boal im TheaterSpielRaum Berlin Fr. 17.Okt 17- 19h mit Günter Wagner

Theater der Unterdrückten  –  Statuen-/Bildertheater

Theater der Unterdrückten, entwickelt von Augusto Boal in Brasilien, ist ein Bündel von Techniken und Übungen, um Unterdrückung und Zwänge sichtbar zu machen,soziale Rituale und Masken durchschauen zu lernen,kurz:sich der Unterdrückung in all ihren Formen bewußt zu werden und sie zu durchbrechen;die Zuschauer/-innen („Spectators“) verwandeln sich in handelnde Personen („spect-actors“).
2012 im Petuelpark
Neben Zeitungs-,Forum- und Unsichtbares Theater ist eine Methode die des Statuentheaters („image-theatre“),die im folgenden in Kurzfassung vorgestellt wird:

zu einem von den „spectators/spectactors“ gewählten Thema baut jede/r ein Standbild/Statuenbild seiner/ihrer Vorstellung gemäß („Ausgangsbild“ ,der Realität entsprechend).

Haben sich alle auf ein gemeinsames Ausgangsbild geeinigt,erfinden die spectactors Bilder der Befreiung,Durchbrechung der Unterdrückung,der Utopie (dazu gibt es noch weitere allgemeine Informationen über das Theater der Unterdrückten).

TN-Anzahl unbegrenzt,Dauer ca. 2 Stunden (Kostenbeitrag 5 Euro) Fr. 17.Oktober 2014 17- 19 Uhr im TheaterSpielraum,Mariannenplatz 2 B (Bethanien-Südflügel),10997 Berlin  (Zugang auch gegenüber Waldemarstr.62/64, geradeaus am Spielplatz vorbei)
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Heide Wald: "Das Hirn auszuschalten, ist ein mühsamer Schritt"

NEUMARKT/MKR. Unkonventionelle Regie und zeitkritische Stücke zeichnen die Theatergruppe Ramlwirt aus. In zwei Wochen ist wieder Premiere. http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/muehlviertel/Das-Hirn-auszuschalten-ist-ein-muehsamer-Schritt;art69,1512650

Die Freude am Theater hält offenbar jung: Regisseurin Heide Wald (70) Bild: wan

Regisseurin Heide Wald ist eine Institution in der heimischen Theaterszene: Vor 20 Jahren gründete sie die Theatergruppe Ramlwirt, zuvor inszenierte sie jahrelang Kindertheater. Mit den OÖN sprach sie über ihre unkonventionelle Regiearbeit, die den Darstellern zwar einiges abverlangt, aber jede Produktion aufs Neue zum Erlebnis macht.

OÖN: Frau Wald, Sie leiten seit 20 Jahren die Theatergruppe, vor Kurzem haben Sie einen runden Geburtstag gefeiert – und die nächste Premiere steht vor der Tür. Kann man sagen: Mit 70 ist noch lange nicht Schluss?

Heide Wald: (lacht) Wir werden sehen! Momentan ist keine Müdigkeit da, das erstaunt mich selbst. Die Auseinandersetzung mit dem Theater ist immer spannend. George Tabori spielte bis 90, das kann ich mir gut vorstellen. Ich habe ihn als 80-Jährigen in der Rolle des Romeo erlebt. Das war überhaupt nicht peinlich, sondern sehr berührend.

Als Regisseurin wirken Sie hinter den Kulissen. Standen Sie auch selbst auf der Bühne?

Als Volksschulkind, und später bei der Theater-Ausbildung. Für die Regiearbeit muss man erlebt haben, auf der Bühne zu stehen, um die Ängste, die Schwierigkeiten mit dem Text zu kennen.

Sie haben als Lehrerin viele Jahre mit Kindern gearbeitet. Was macht den Unterschied zum Theater mit Erwachsenen aus?

Kinder gehen nicht kopflastig ran, sie spielen einfach drauf los. Das Hirn auszuschalten, ist ein mühsamer Schritt: Die Kontrolle über Tun und Denken ist in uns angelegt, Erwachsene wollen keine Fehler machen. Dabei ist das im Theater so wichtig. Besser gesagt: Hier gibt keine Fehler.

Wie lernt man, das Hirn auszuschalten?

Wir haben einmal ein Stück erarbeitet, in dem Erwachsene Kinder gespielt haben. Wir haben uralte Kinderspiele ausgepackt und losgelegt. Das war so lustig! So sind wir in die Rollen gekommen.

Die thematische Bandbreite der Theaterwerkstatt ist sehr groß, sie reicht von Märchen bis zu kritischen Dramen wie George Orwells „Animal Farm“. Gibt es einen roten Faden im Programm?

Eine gewisse Gesellschaftskritik ist in all unseren Stücken dabei, auch im Märchen. Da ging es um Reizüberflutung. Das neue Stück „Herr G. verweigert“ handelt von einem romantischen Idealisten, einem verschrobenen Denker, der trotz vieler Hindernisse versucht, auszusteigen. Die Welt ist ihm zu glatt, zu ergebnisorientiert.

Einige Ihrer Stücke haben keine literarische Vorlage. Wie entwickeln Sie das Drehbuch?

2011, als die ersten Flüchtlingsströme kamen, haben wir ein halbes Jahr lang aus Zeitungen Geschichten gesammelt und einen Text entwickelt, angelehnt an den Regisseur Augusto Boal, der über lateinamerikanische Flüchtlinge geschrieben hat. Das Drehbuch haben wir mit Improvisationen erarbeitet und Zitate eingeflochten.

Sie verlangen viel von Ihren Darstellern. Hat die Theaterwerkstatt eine fixe Besetzung?

Wir schwanken zwischen sieben und 14 Personen. Heuer sind wir zu acht – lauter Frauen. Die Männer waren immer in der Minderheit. Wahrscheinlich liegt es daran, wie wir unsere Stücke erarbeiten. Das ist kein Regietheater, in dem man tut, was von einem verlangt wird. Wir entwickeln die Figuren über Körperarbeit. Die Kommunikation besteht oft nur aus Lauten und Stimmen, ohne Text. Das ist beinhart, es gibt auch Tränen. Man muss bereit sein, sehr aus sich herauszugehen. Das schreckt die Männer offenbar ab.

Haben Sie je überlegt, hauptberuflich am Theater zu arbeiten?

Eine Profikarriere ist ein sehr mühsamer Weg. Das war nie mein Wunsch.

Und selber nochmal auf der Bühne zu stehen?

Das übernimmt mein achtjähriger Enkelsohn. Der ist unwahrscheinlich am Theater interessiert!

Heide Wald und die Theaterwerkstatt Ramlwirt

Heide Wald, Jahrgang 1944, unterrichtete nach ihrer Ausbildung an der Pädagogischen Akademie Wien als Hauptschullehrerin in ihrem Heimatort Neumarkt. Den Weg zum Theater ebnete ihr die Ausbildung für Darstellendes Spiel im Unterricht. Jahrelang studierte sie mit den Schülern Theaterstücke ein. Aus dem Schultheater wurde vor rund 20 Jahren ein Angebot für Erwachsene – die Theaterwerkstatt Ramlwirt, benannt nach dem einstigen Probelokal.

Erste Premiere feierte das Ensemble 1994 mit Felix Mitteres „Am Rande des Dorfes“. Zu den Höhepunkten in zwei Dekaden gehören Gastspiele in Costa Rica und in der Ukraine. Inzwischen ist das Theater in die Firma Schinko übersiedelt. Dort ist das neue Stück „Herr G. verweigert“ am 17., 18. Oktober (20 Uhr), 19. und 20. Oktober (19 Uhr) zu sehen. Karten: Gemeindeamt, Tel. 07941/8255 und Raiffeisenbank Neumarkt.

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