25.August – 03.September 2015

Was darf man sagen und was nicht?
Was liegt im Dunkeln und was im Licht?

Licht ins Dunkel

So viel wie wir reden, so viel verschweigen wir auch. Je mehr wir diskutieren, uns mitteilen, uns sichtbar machen, desto größer ist die Stille und desto mehr bleibt verborgen. Ob es Briefe sind, die wir nie abgeschickt haben – ob es Familienlegenden gibt, die unter dem Küchentisch liegen bleiben – ob es eine gesellschaftliche Erzählung ist, die in keinem Buch steht. Oft stoßen wir auf Tabus.

„Das Glück, das dir am meisten schmeichelt, betrügt dich am ehesten.“ (Franz Kafka)

Dieser 10-tätgige Sommerkurs soll als Forschungsraum dienen, um mittels angewandter Theatermethoden eben jenen individuellen und kollektiven Geschichten zu begegnen. Nein – keine Märchen! Geschichten mitten aus unserem Alltag. Geschichten, die wir selbst erschreiben, erzählen und erspielen.

?Geschichten müssen erzählt werden oder sie sterben. Und wenn sie sterben, dann wissen wir nicht mehr, wer wir sind oder warum wir hier sind.? (Sue Monk Kidd)

Welche Geschichten wollen neu entdeckt und belebt werden? Über welche spricht man, über welche nicht? Wo sind die unerzählten Geschichten verborgen und versteckt? Oder haben sie sich nur verkleidet? Und welche Geschichten warten noch darauf, geschrieben zu werden?

Ziele

Das 10-tägige Theaterlabor soll einen Raum bieten, um:

* Theater als Werkzeug und Instrument kollektiver Forschungs- und Lernprozesse zu entdecken
* Methoden kreativen, mäeuitischen (fragenbasierten) Dialogs und aktiver Gemeinschaftsbildung durch praktisches Erfahren zu erlernen
* persönliche Erlebnisse und Geschichten zu teilen und in einen kollektiven Kontext zu setzen
* sich in einem gewalt- und wertungsfreien Raum durch Spiel und Körperarbeit selbst zu erfahren

Methoden

Der Kurs wird Elemente und Inspirationen aus verschiedenen Richtungen enthalten:

Theater der Unterdrückten (TdU) ? Theater als gesellschaftlicher Dialograum und Sprache, um kollektiv nach Veränderung und neuen Handlungsmöglichkeiten zu forschen. Enstand in Zeiten der brasilianischen Diktatur durch den Regisseur und Theateraktivisten Augusto Boal.

Theatre for Living ? entstammt dem TdU; systemisch beeinflusste sozial-politische Theater-Diskussionsmethode. Entstand durch den kanadischen Künstler David Diamond.

Dramatherapie ? Theater als Mittel und Werkzeug zur Entdeckung der eigenen Geschichte(n) in kollektiven Geschichten (bspw. Märchen, Mythen, etc.). Forschungsraum zum editieren und verändern der eigenen (Selbst-)Erzählungen.

Playback Theater ? Ein Theater, in dem sich unsere eigene Geschichte spiegelt. Wir als ZuschauerInnen von uns selbst!

Programm und Workshopdaten

25. August ? 03. September 2015

Tag 1
Ankommen, gemeinsames Kennenlernen und Abendbrot
Arbeitszeiten: 16Uhr ? 19Uhr

Tag 2-8
Spiele und Übungen zum Aufbau der Gruppengemeinschaft
Thematisches Arbeiten und Forschen mit den theatralen Methoden
Szenische Zusammensetzung der Resultate
Tägliche Arbeitszeiten: 10:00 ? 12:30 und 15:00 ? 19:00 (Variationen können auch während des Kurses beschlossen werden)
Bestandteil sind 2 freie Nachmittag oder ein komplett freier Tag, der gemeinsam von der Gruppe festgelegt wird.

Tag 9
Aufführungstag
Aufführung als dialogisches Mittel ? hierbei geht es nicht um eine ?Performance? sondern den Versuch der Schaffung eines dialogischen Raumes, in dem Themen und Inhalte über das Theater geteilt und diskutiert werden. Ein geeigneter Aufführungsort wird noch gesucht.

Tag 10
Gemeinsame Abschlussrunde
Arbeitenzeiten: 10-13Uhr
Gemeinsames Mittagessen und Aufräumen, Kursende

Teilnehmer_innen

Es gibt keine Teilnahmevoraussetzungen. Wir alle haben einen Körper, wir alle haben eine Geschichte. Der Kurs ist offen für Menschen, die neugierig, forschungs- und spiellustig sind.
Schauspielerfahrungen sind nicht notwendig ? wir arbeiten mit Theater als Prozessmethode und nicht produktorientiert!

Logistik

Unterkunft im Seminarhaus ?Die Bunte Vier?, Pretzierer Str.25, 29410 Salzwedel OT Groß Chüden (Altmark)

http://www.buecherwinkel.de/debuntevier/

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