Sa 13.10.2018  im Friedensmuseum

Nürnberg von 10-17 Uhrfriedensmuseum nürnberg

Theater der Befreiung nach Augusto Boal

Angesichts globalisierter und komplexer Unterdrückungsstrukturen bietet Boals Theateransatz wertvolle Ansätze für selbstbestimmtes Handeln und Empowerment. Er nutzt die Kraft, die in unseren Wünschen nach Veränderung liegt.

In dem Workshop werden wir uns mit Konflikten und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Ziel ist die Erweiterung des persönlichen und politischen Handlungsspielraums.

Theatererfahrung ist nicht notwendig. Bitte bequeme Kleidung und Schuhe mitbringen.

Die Referentin Isabella Bischoff lebt als freiberufliche Theaterpädagogin in Freiburg. In den 90er Jahren hat sie mit Augusto Boal und dem Centro de Theatro do Oprimido Rio zusammen gearbeitet. Dauer 10-17 Uhr Teilnahme nach Voranmeldung bis zum 1.10.2018.

Teilnahmegebühr 15 (ermäßigt 10) Euro Bitte jetzt schon anmelden!


– und die Theorie dahinter:

befreiung-menschlichkeit AGSPAK Freire

Heute ist es notwendig, die befreiende Pädagogik und die Sprengkraft des Forumtheater neu zu erzählen, weil die Ursprünge und Ausbreitung, aber auch die Einbettung in die verschiedenen Theater-Entwicklungen nicht mehr leicht nachvollziehbar sind.

Neben einigen experimentellen Stücken kommt es mir vor, als wären die Stücke der Staatstheater wieder die selben wie in den 60er Jahren, unterbrochen von einer Textflächen-Vortragung …

… doch habe ich nicht mehr den Einblick und die Begeisterung wie damals, als ich noch „die Giese“ im Werkraum erleben konnte und von Plenzdorffs „Neuen Leiden des jungen W.“ elektrisiert war wie von

Die Übertragung der Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire in die deutsche Realität. Sie begann in den 70er Jahren über die damaligen Kultur-Botschafter, „Entwicklungshelfer“, vor allem verankert im kirchlichen Bereich.

Im Studium hatten wir erste hektographierte Blätter, getippt und abgezogen in Spiritus-Abzugs-Apparaten, um zu lesen, zu besprechen und zu verstehen, was da in wilden Worten stand: Die Ausdrucksweise und das politisch engagierte Denken waren uns noch fremd.

Dann fand sich die europäische Ebene der Bewusstseinsbildung, in der AG SPAK vertreten durch einen Freire-AK mit einer kleinen Schriftenreihe bewusst-päd.

Daraus erfolgte dann 1992 die Gründung der Paulo-Freire-Gesellschaft in München, über einige Jahre etwa vierteljährlich mit der Herausgabe der“zeitschrift für befreiende pädagogik“, (die Internet-Veröffentlichung wäre ein nächstes Projekt) ab 200x zog der Verein nach Berlin in eine dort aktive Szene um.

Zur befreienden Pädagogik

plakatdie, wie auch in Süd- und Mittelamerika vor allem in der Erwachsenenbildung angewandt wurde, kam in den folgenden Jahren das Theater der Unterdrückten. Mit seiner später zentralen Methode, dem

Forumtheater

entwickelte Augusto Boal beginnend  in den 70ern eine Methoden-Reihe, die aus der normalen volks-orientierten Dramaturgie und Theaterinszenierung in den Kampf gegen die Militärdiktatur, die Zensur, auch auf die internationale Ebene geriet:

TheaterMachtPolitikNach seiner Verhaftung nach einem Auslands-Aufenthalt wurde Augusto Boal verhaftet und sollt ein der Folter gestehen: „sein Vaterland Brasilien im Ausland verleumdet zu haben, in dem er behauptet habe, in Brasilien werde gefoltert“.

Als er auf diesen Vorwurf hin lachte, waren sie nicht sicher, ob er noch bei Sinnen sei … und sie ließen ihn auf internationale Proteste, auch aus Deutschland (Theater heute) ins Exil, das er zuerst in lateinamerikanischen Ländern, dann in Portugal und Frankreich begann, mit einem Lehrauftrag an der Sorbonne und dem Aufbau eines „Zentrum zur Heilung von Autoritäts- und Erziehungs-Schäden.

Augusto Boal Autobiografie
Augusto Boal Autobiografie

In der europäischen Theater- Workshop-Szene, die damals zwischen Bread & Puppet, Living-Theater und existentiellen Clowns, dem „Armen Theater“ von Jerzy Grotowski und den Inszenierungen von Tadeusz Kantor, die unseren Kanon von wilden Theaterleuten erweiterten, fand Augusto eine breite Teilnehmerschaft für große Workshops in München, Berlin und Hamburg, an denen DramaturgInnen und Regisseure sowie Schauspielende mit allen ihren Spiel-Erfahrungen teilnahmen, aber auch Interessierte aus der Bildungs- und Sozialpädagogik, ausgestiegene Lehrkräfte und KünstlerInnen aller Art.

Internationale Treffen in Brasilien und Toronto, Wien, Rotterdam

werden jetzt auch durch kleine Festivals in Berlin, Halle, Wien … vorbereitet

Internationale Seiten und Austausch

Theatre of the Oppressed, a term coined by Augusto Boal, is a series of theatrical analyses and critiques developed in the 1950s.

Theatre of the Oppressed | The Mandala Center for Change www.mandalaforchange.com/site/applied-theatre/theatre-of-the-oppressed

„The purpose of Theatre of the Oppressed is to rehumanize humanity.“ — Augusto Boal Theatre of the Oppressed What is Theatre of the Oppressed?

noch in Arbeit –

http://theater-erleben.de von Nicole Suchanek in Witten – offen für Studierende

theater der unterdrückten – Harald Hahn www.harald-hahn.de/theaterderunterdrueckten.html

Theater der Unterdrückten“ nach Augusto Boal „ Keine akrobatischen Leistungen sind angestrebt, sondern das Ausschöpfen all dessen, was in uns angelegt …

Fortbildungen in Gauting

jokers_GEIm Institut für Jugendarbeit 1988-

Als europäische Tagung mit Augusto

mit einer Aufführung im Rathaus-Sitzungssaal München, geschildert in Symbolism in Munich

Legislatives Theater in Europa?

Wien im Justizministerium, Video auf youtube

Berlin

Curinga-Projekt quer durch’s Land

Szenen und Treffen in Berlin, Potsdam, Halle … mit internationalem Austausch

kleine regionale Gruppen

Immer wieder Schulprojekte

Artikel

bewusst – werkstatt-buch

veröff

 

Gute Quellen

https://dokumente-online.com/die-paedagogik-der-unterdrueckten-von-paulo.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Paulo_Freire

https://fritz-letsch.wikispaces.com/Paulo+Freire

Augusto Boal auf der Website des Paulo Freire Zentrum 30.11.2004 | Stefan Lumplecker

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