Nachbarschaft

Veröffentlicht am 31.07.2018 von Robert Klages im TAGESSPIEGEL

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: spandau@tagesspiegel.de

„Es gibt kein Rezept, keine Theorie, die uns lehrt, wie Integration gut verläuft, funktioniert. Das Leben wird es uns lehren, denn Integration findet im Leben statt.“ Das sagen die Vorsitzenden von „Metaforen für Kunst und Kultur e.V.“ Spandau, Celso und Veronika Willusa.

Das Forumtheater in Spandau möchte einen Beitrag leisten, Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Integration der Geflüchteten besser zu verstehen, die kulturell bedingten Konflikte und Hemmnisse sichtbar machen und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Es sollen authentische Lebenserfahrungen der Projekt-Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Szene gesetzt und öffentlich „debattiert“ werden.

Rassismus sollte nicht runtergeschluckt werden: Unter dem Hashtag #MeTwo schildern derzeit Tausende, wie ihnen selbst schon Rassismus widerfahren ist. Hier nachzulesen. Aber das Theater hat da ja noch ganz andere Möglichkeiten, sich dem Thema zu nähern als es auf Twitter geschehen kann.

Das Debattier-Theater, das Theater-Spiel kommt mit der Möglichkeit daher, Strukturen der Lösungsfindung zu schaffen und hilft uns, unsere Zeit und uns selbst besser kennen zu lernen. Es ist eine sozial-politische und sozial-therapeutische Theaterkunst, die angesichts alter und neuer Herausforderungen des Alltags die Menschen zum Nachdenken anregt und plötzlich Lösungen für die angesprochenen Probleme aufwirft.

Theater der Unterdrückten: Im Forumtheater wird nach einer dramaturgischen Methode gearbeitet, die sich ausdrücklich an Profis und Laien, Schauspieler und Nicht-Schauspieler gleichermaßen wendet: das Theater der Unterdrückten wurde in den 1970 Jahren von dem brasilianischen Dramaturgen Augusto Boal entwickelt und hat seitdem weltweit Verbreitung gefunden. Es wird versucht, dem Theater neue Dimensionen zu eröffnen, um es zu einem wirksamen Mittel im Verständnis von individuellen und sozialen Problemen zu machen und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Alle Teilnehmenden werden praktisch befähigt, selbstständig Theater zu schaffen und die eigenen Ausdrucksmöglichkeiten sowohl im Theater als auch im täglichen Leben und zu erweitern.

Es soll pro Werkstatt jeweils ein Forumtheater zur Aufführung gebracht werden, dessen Handlung auf realen Ereignissen beruht. In diesem von den Teilnehmenden der Theaterwerkstatt szenisch dargestellten Konflikt beugt sich die unterdrückte Person derjenigen, durch welche sie unterdrückt wird. In der anschließenden der Forum-Debatte wird das Stück neu gespielt und jemand aus dem Publikum wird aufgefordert, auf die Bühne zu treten, um eine andere Lösung für das dargestellte Problem zu finden.

Publikum soll bei der Aufführung intervenieren: Zuschauer wohnen einer Aufführung bei und am Ende können sie auf die Bühne kommen und in die wiederholt dargestellte Szene intervenieren, um zu versuchen, die dargestellten Konflikte zu lösen.

Wer mitmachen möchte: Metaforen für Kunst und Kultur e.V. Päwesiner Weg 15 a,  Tel.: 030 / 23 40 49 79 oder 0176 5440 2195 Email: metaforen.e.v@gmail.com www.metaforen.de, www.kulturderreinenherzen.org

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